Was Sie ins Pflegeheim mitnehmen dürfen – Eine Übersicht für Besucher und Bewohner

Die Frage, was man ins Pflegeheim mitbringen darf, ist für viele Menschen von großer Bedeutung und oft mit emotionalen Entscheidungen verbunden. Wenn ein Familienmitglied oder eine nahe Bezugsperson in ein Pflegeheim umzieht, möchte man verständlicherweise persönliche Gegenstände mitbringen, um das neue Zimmer so gemütlich und vertraut wie möglich zu gestalten.

Es gibt jedoch bestimmte Platzbeschränkungen, Sicherheitsregeln und Vorschriften der Heime, die beachtet werden müssen.

In diesem umfassenden Ratgeber setzen wir uns detailliert mit den Dingen auseinander, die man ins Pflegeheim mitbringen darf, was besser zu Hause bleibt und wer eigentlich für alltägliche Dinge wie Duschgel oder Taschengeld aufkommt. Zudem werfen wir einen wichtigen Blick auf die aktuellen finanziellen Veränderungen beim Eigenanteil für Pflegeheime im Jahr 2026.

Was darf man ins Pflegeheim mitbringen? (Checkliste)

Um den Übergang in die vollstationäre Pflege für den Bewohner so angenehm wie möglich zu gestalten, ist es wichtig, eine Balance zwischen praktischem Nutzen und emotionalem Wert zu finden. Es gibt viele Dinge, die man mitbringen kann, um das neue Zuhause persönlicher zu machen. Hier sind die wichtigsten Kategorien:

1. Persönliche Gegenstände und Möbel

Die meisten Pflegeheime stellen eine Grundausstattung (Pflegebett, Nachttisch, Schrank) zur Verfügung. Dennoch ist es ausdrücklich erwünscht, dass Bewohner persönliche Gegenstände mitbringen, um das Zimmer individuell zu gestalten. Dazu zählen:

  • Gerahmte Fotos, Familienbilder und Fotoalben
  • Lieblingsbücher, Kalender und Erinnerungsstücke
  • Eigener Sessel, ein kleiner Beistelltisch oder eine Kommode (nach vorheriger Absprache wegen des Platzbedarfs)
  • Eigene Bettwäsche, Kuscheldecken oder kleine Kissen

2. Kleidung und Accessoires

Es ist wichtig, ausreichend Kleidung und Accessoires mitzubringen, die den Alltag angenehm gestalten. Dabei sollte dringend beachtet werden, dass die Kleidung praktisch, bequem und vor allem leicht zu pflegen (waschmaschinentauglich) ist. Denken Sie an:

  • Bequeme Alltagskleidung und Jogginganzüge/Hausanzüge
  • Feste, rutschfeste Schuhe und bequeme Hausschuhe
  • Jacken für Spaziergänge, Hüte oder Mützen
  • Brillen, Zahnprothesen und Hörgeräte (bitte sicher aufbewahren)

Tipp: Viele Heime bieten einen Wäscheservice an. Es ist daher ratsam, alle Kleidungsstücke vorher mit dem Namen des Bewohners zu markieren (z.B. durch eingenähte Namensschilder).

3. Elektronische und Medizinische Geräte

Elektronische Geräte wie ein eigenes Smartphone, eine Uhr, ein Radio oder ein eigener Fernseher können problemlos mitgebracht werden. Sie helfen dem Bewohner, unterhalten zu werden und mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. Wichtig: Die Geräte müssen oft durch den Haustechniker auf ihre elektrische Sicherheit (DGUV V3 Prüfung) überprüft werden.

Benötigt der Bewohner spezielle medizinische Hilfsmittel wie einen Rollator, einen speziellen Rollstuhl oder ein Sauerstoffgerät, müssen diese selbstverständlich mitgebracht werden. Dies sollte beim Aufnahmegespräch mit der Pflegedienstleitung kommuniziert werden.

KategorieBeispieleErlaubt?
Dekoration & ErinnerungenFotos, Bilder, kleine Teppiche, KuscheldeckenJa, sehr empfehlenswert
KleinmöbelEigener Sessel, kleiner Tisch, LeselampeJa, aber zwingend vorher mit der Heimleitung abzusprechen (Fluchtwege beachten)
ElektronikHandy, Fernseher, Radio, RasiererJa (Geräte müssen elektrisch sicher sein)
Wertsachen & BargeldTeurer Schmuck, große Summen BargeldNicht empfehlenswert (Verlust- und Diebstahlgefahr)
HaustiereKleine Hunde, Katzen oder VögelIn einigen Heimen ja, erfordert aber eine strikte Einzelfallgenehmigung

Was ändert sich 2026 beim Eigenanteil fürs Pflegeheim?

Die Kosten für die vollstationäre Pflege sind in den letzten Jahren rasant gestiegen. Der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE), kombiniert mit Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten, bringt viele Familien an ihre finanziellen Grenzen. Aus diesem Grund gibt es im Jahr 2026 wichtige Entlastungen und Reformbestrebungen auf politischer Ebene.

Steigende Zuschüsse der Pflegekassen

Um die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen zu verringern, greifen 2026 höhere Leistungszuschläge der Pflegekassen. Seit der letzten großen Reform staffeln sich diese Zuschüsse nach der Aufenthaltsdauer im Heim. Das bedeutet: Je länger jemand im Pflegeheim wohnt, desto höher wird der prozentuale Zuschuss der Kasse zum pflegebedingten Eigenanteil (bis zu 75 % Zuschuss ab dem vierten Aufenthaltsjahr).

Deckelung des Eigenanteils (Die Reformpläne)

Ein zentrales Thema der Pflegereform 2026 ist das Bestreben der Bundesregierung, den pflegebedingten Eigenanteil langfristig zu deckeln. Das Ziel der politischen Debatten ist es, eine absolute finanzielle Obergrenze (z. B. auf 1.000 Euro für die reinen Pflegekosten) einzuführen, um Familien vor der Altersarmut zu schützen und die Heimkosten wieder planbar zu machen.

Pflegebedürftige und ihre Familien sollten sich 2026 genau bei ihrer Pflegekasse informieren, welche genauen Zuschläge ihnen für ihr jeweiliges Aufenthaltsjahr zustehen.

Was schenkt man den Pflegern im Pflegeheim?

Viele Angehörige möchten sich bei dem Pflegepersonal für die liebevolle Betreuung und harte Arbeit bedanken – besonders zu Weihnachten, nach einem Krankenhausaufenthalt des Angehörigen oder als kleine Geste zwischendurch. Wichtig dabei: Pflegekräfte dürfen aufgrund von Compliance-Richtlinien (Anti-Korruptionsregeln) in der Regel kein Bargeld oder teure Einzelgeschenke annehmen.

Setzen Sie stattdessen auf Aufmerksamkeiten für das gesamte Team.

Beliebte Geschenkideen für das Stationsteam:

  • Nervennahrung für das Dienstzimmer: Eine große Schachtel hochwertige Pralinen, Marken-Schokolade, feiner Christstollen oder ein Korb mit frischem Obst für den Pausenraum kommen immer gut an.
  • Kaffee und Tee: Pflegekräfte arbeiten im Schichtdienst. Ein Päckchen hochwertiger Kaffee (Bohnen oder Pulver je nach Kaffeemaschine der Station) oder eine exklusive Teeauswahl retten so manchen Nachtdienst.
  • Handcreme-Sets: Durch das ständige Händewaschen und Desinfizieren leiden die Hände des Personals enorm. Eine Kiste mit mehreren guten, schnell einziehenden Handcremes ist ein überaus praktisches und geschätztes Geschenk.
  • Persönliche Worte: Eine handgeschriebene Karte mit einem ehrlichen „Danke für Ihre tolle Arbeit“ bedeutet den Pflegern oft mehr als materielle Dinge und motiviert das gesamte Team.

Wer zahlt das Duschgel und andere Hygieneartikel im Pflegeheim?

Diese Frage führt bei Angehörigen oft zu Verwirrung, da die Pflegeheimkosten in Deutschland sehr hoch sind und man davon ausgeht, dass „alles inklusive“ sei. Das ist jedoch ein Irrtum. Die hohen monatlichen Kosten decken in der Regel nur die Unterkunft, die Basis-Verpflegung (Essen und Trinken) und die pflegerische Versorgung ab.

Die Regel lautet: Persönliche Bedarfsartikel des täglichen Lebens müssen vom Bewohner selbst (oder von den Angehörigen) bezahlt und besorgt werden. Dazu gehören:

    • Duschgel, Shampoo und Körperlotionen
    • Zahnpasta, Zahnbürsten und Haftcreme für Prothesen
    • Rasierzeug (Rasierschaum, Klingen)
    • Kämme, Haarbürsten und Deodorant